Chemieberatung Dr. Luthardt 


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Themen zur Chemie

von Michael Luthardtauthor: Michael Luthardt

Auf diesem Teil meiner Website gibt es Artikel zu Themen, die mich persönlich interessieren oder meinen Unterricht in Chemie ergänzen.

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Was ist Chemie? Historische Zitate.

Chymia, alias alchymia et spagirica, est ars corpora vel mixta vel composita, vel aggregata etiam in principia sua resolvendi, aut ex principiis in talia combinandi. Subjectum ejus sunt omnia mixta et composita, quae resolubilia et combinabilia; objectum est ipsa resolutio et combinatio, seu corruptio et generatio.

Georg Ernst Stahl, Fundamenta chymiae dogmaticae et experimentalis, 1723
Stahl, mit Becher Begründer der Phlogistontheorie, war wohl der Erste, der theoretische und experimentelle Chemie unterschied (Chymia rationalis et experimentalis, 1729).

 

The object and chief end of chemistry is to separate the different substances that enter into the composition of bodies; to examine each of them apart; to discover their properties and relations; to decompose those very substances, if possible; to compare them together, and combine them with others; to reunite them again into one body, so far as to reproduce the original compound with all its properties; or even to produce new compounds that never existed among the works of nature, from mixtures of other matters differently combined.
But this analysis, or decomposition, of bodies is finite; for we are unable to carry it beyound a certain limit. In whatever way we attempt to go further, we are always stopped by substances in which we can produce no change, and which are incapable of being resolved into others.
To these substances we may give the title of principles or elements.


Encyclopædia Britannica, Vol. II. p. 66
Edinburgh: MDCCLXXI

Eine erstaunlich moderne Definition der Chemie, die wir in der Erstausgabe der Encyclopædia Britannica von 1771 finden, und die sich sehr an die Stahl'sche Definition anlehnt. Ehrlicherweise müssen wir hinzufügen, dass in diesem umfangreichen (pp. 66 – 130) Aufsatz noch diskutiert wird, ob es sich um die klassischen vier Elemente (eher principles) der alten Griechen oder doch um andere Substanzen handelt.

 

Eigentliche Wissenschaft kann nur diejenige genannt werden, deren Gewißheit apodiktisch ist; Erkenntniß, die blos empirische Gewißheit enthalten kann, ist ein nur uneigentlich so genanntes Wissen. Dasjenige Ganze der Erkenntniß, was systematisch ist, kann schon darum Wissenschaft heißen und, wenn die Verknüpfung der Erkenntniß in diesem System ein Zusammenhang von Gründen und Folgen ist, sogar rationale Wissenschaft. Wenn aber diese Gründe oder Principien in ihr, wie z. B. in der Chemie, doch zuletzt blos empirisch sind, und die Gesetze, aus denen die gegebene Facta durch die Vernunft erklärt werden, blos Erfahrungsgesetze sind, so führen sie kein Bewußtsein ihrer Nothwendigkeit bei sich (sind nicht apodiktisch=gewiß), und alsdann verdient das Ganze in strengem Sinne nicht den Namen einer Wissenschaft, und Chemie sollte daher eher systematische Kunst als Wissenschaft heißen.

So lange also noch für die chemischen Wirkungen der Materien auf einander kein Begriff ausgefunden wird, der sich construiren läßt, d. i. kein Gesetz der Annäherung oder Entfernung der Theile angeben läßt, nach welchem etwa in Proportion ihrer Dichtigkeiten u. d. g. ihre Bewegungen sammt ihren Folgen sich im Raume a priori anschaulich machen und darstellen lassen (eine Forderung, die schwerlich jemals erfüllt werden wird), so kann Chemie nichts mehr als systematische Kunst oder Experimentallehre, niemals aber eigentliche Wissenschaft werden, weil die Principien derselben blos empirisch sind und keine Darstellung a priori in der Anschauung erlauben, folglich die Grundsätze chemischer Erscheinungen ihrer Möglichkeit nach nicht im mindesten begreiflich machen, weil sie der Anwendung der Mathematik unfähig sind.


Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft von Immanuel Kant, Vorrede S. 370ff
Riga, Hartknoch 1786

In seinen letzten Lebensjahren tendierte Kant doch dazu, die Chemie als Wissenschaft zu akzeptieren.

 

Die Chemie ist ein Theil der Naturwissenschaft. Die Naturwissenschaft im Allgemeinen beschäftigt sich mit sämmtlichen auf der Welt befindlichen Massen, ihren Eigenschaften und Veränderungen, sofern diese nicht durch die menschliche Seele hervorgebracht werden.

   Der Gegenstand der Chemie sind fast bloß diejenigen Veränderungen der Körper, welche durch die Affinität bewirkt werden. Da diese Veränderungen bestehen: 1. in Verbindungen ungleichartiger Materien zu einem gleichartigen Ganzen und 2. in zuweilen damit verbundenen Abscheidungen ungleichartiger Stoffe aus gleichartigen Ganzen, so läßt sich auch die Chemie definiren als die Lehre von den Verbindungen ungleichartiger Körper zu gleichartigen Ganzen, und von den Abscheidungen ungleichartiger Stoffe Stoffe aus gleichartigen Ganzen.
   Dieser angegebene Umfang der Chemie wird noch durch Folgendes erweitert.
   1. Durch eine kurze Betrachtung der Cohäsion und der Adhäsion.
   2. Durch die Aufzählung sämmtlicher physischer Eigenschaften der einfachen Stoffe und ihrer durch Affinität bewirkten Verbindungen.

Die Chemie als eine für sich bestehende Wissenschaft betrachtet, die das Ganze des chemischen Wissens umfaßt, und die die chemischen Besonderheitender verschiedenen Stoffe ohne Berücksichtigung einer außerhalb der Wissenschaft selbst liegenden Anwendung angiebt, führt den Namen der reinen, theoretischen, philosophischen Chemie.

Man kann noch die Chemie als Wissenschaft der Chemie als Kunst entgegensetzen. Letztere, als praktische Chemie lehrt die Regeln, welche befolgt werden müssen, um die chemischen Verbindungen und Trennungen der Stoffe hervorzubringen.


Handbuch der theoretischen Chemie von Leopold Gmelin, Erster Band
Frankfurt am Main, Varrentrapp 1817

 

Möchte es mir in diesem ersten Briefe gelingen, die Ueberzeugung zu befestigen, daß die Chemie als selbständige Wissenschaft eines der mächtigsten Mittel zu einer höheren Geistescultur darbietet, daß ihr Studium nützlich ist, nicht nur insofern sie die materiellen Interessen der Menschen fördert, sondern weil sie Einsicht gewährt in die Wunder der Schöpfung, welche uns unmittelbar umgeben, an die unser Dasein, Bestehen und unsere Entwicklung aufs engste geknüpft sind.

Keine unter allen Wissenschaften bietet dem Menschen eine größere Fülle von Gegenständen des Denkens, der Ueberlegung und von frischer sich stets erneuernder Erkenntniß dar als wie die Chemie; keine ist mehr geeignet, das Talent der Beobachtung in der Entdeckung von Aehnlichkeiten und Verschiedenheiten in den Erscheinungen in gleicher Weise zu wecken und die Gesetze des Denkens in ihren strengen Methoden der Beweisführung für die Wahrheit einer Erklärung oder in der Aufsuchung der Ursachen und Wirkungen einer Erscheinung gleich anschaulich und geläufig zu machen.


Chemische Briefe von Justus von Liebig, Wohlfeile Ausgabe, Erster Brief, S. 1
Leipzig und Heidelberg, Wintersche Verlagsbuchhandlung 1865

Mehrere nachmals bedeutende Chemiker kamen erst zu diesem Fach, nachdem sie Gasthörer bei Liebig waren.

 

Die Chemie ist ein Handwerk und es stirbt mit mir aus!

Otto Hönigschmid, um 1930?, zitiert nach Lothar Birkenbach
Chemische Berichte, 82. Jahrg. Nr. 4-5 S. XI-LXV, August 1949

 

… ist Chemie die Wissenschaft, die sich mit den Ursachen und Wirkungen von Elektronenabgabe, -aufnahme oder -verteilung zwischen Atomen oder Molekülen und mit den Beziehungen zwischen den Energieniveaus solcher Elektronen innerhalb der Atome oder Moleküle befaßt.

RÖMPP CHEMIE LEXIKON, 9. Auflage Bd. 1, S. 636
Thieme, Stuttgart 1989


 
 
 
 

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